Darum geht es
Die Medikamentengabe wurde nicht dokumentiert, sodass eine pflegebedürftige Person ein blutdrucksenkendes Medikament doppelt erhielt; es kam zu Schwindel und Müdigkeit.
Originalbericht vom 04.02.2026
Stationäre Pflegeeinrichtung
Bei einer pflegebedürftigen Person (männlich, über 70 Jahre, Pflegegrad 4) wurde im Frühdienst ein Blutdruckmedikament doppelt verabreicht. Ursache war eine unklare Dokumentation im Medikamentenplan, da die Gabe nicht eindeutig abgezeichnet war. Die Person klagte anschließend über Schwindel und Müdigkeit. Die Vitalzeichen wurden kontrolliert, der Hausarzt informiert und die weitere Medikation angepasst. Es bestand ein erhöhtes Risiko für Kreislaufprobleme und Sturz.
[Nachtrag zum Bericht nach Rückfragen vom CIRS-Team: die bereits erfolgte Medikamentengabe wurde durch die PFK nicht dokumentiert.]
Ja
Kommunikationsprobleme: Ungenügende Dokumentation
PDL Info erhalten, Gespräch mit PFK wurde geführt
Diese Frage wurde nicht beantwortet.
Qualitätsbeauftragte/-r
Einige Worte vorab: Wir bedanken uns für die Beiträge zum Pflege-CIRS. Über ein kritisches Ereignis zu berichten, kann Überwindung kosten. Gleichzeitig kann es helfen, solchen Situationen künftig vorzubeugen oder möglichst gut damit umzugehen. Mit den folgenden Tipps möchten wir Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Langzeitpflege fachlich unterstützen. Sie werden nach bestem Wissen erstellt, können aber nicht alle relevanten Aspekte und ebenfalls keine spezifischen organisationsbezogenen oder individuellen Bedingungen berücksichtigen.
erstellt am: 10.02.2026
Wenn pflegebedürftige Menschen Medikamente doppelt erhalten, z. B. weil die bereits erfolgte Medikamentengabe nicht dokumentiert wurde, kann dies zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen. Eine Überdosierung von Antihypertensiva (Blutdrucksenker) kann einen starken Abfall des Blutdrucks bewirken und in Folge z. B. zu Schwindel, Bewusstlosigkeit und Verletzungen durch Stürze führen. Pflegefachpersonen haben im Rahmen des Medikamentenmanagements u. a. die Aufgabe, Medikamente wie ärztlich verordnet zu verabreichen sowie die Medikamentengabe für alle an der Versorgung beteiligten Personen fachgerecht zu dokumentieren. Wesentliche Voraussetzungen dafür sind eine gute Arbeitsorganisation und eindeutige Absprachen im Team.
Folgende aus unserer Sicht geeignete Maßnahmen wurden laut Bericht nach dem kritischen Ereignis umgesetzt: Vitalzeichen kontrolliert | Hausarzt informiert und Medikation angepasst | Pflegedienstleitung informiert | Gespräch mit beteiligter Pflegefachperson geführt